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Seit wann bist Du schon Diakon in Feldkirchen?
Ich wurde am 29.September 1996 im Klagenfurter Dom von Diözesanbischof Dr. Egon
Kapellari zum Diakon geweiht. Bei der Weihe erhielt ich eine Kerze, auf der eine Bibelstelle steht, die mich noch immer begleitet: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt, und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet. Dies
trage ich euch auf, liebt einander“ (Joh 15,16)
Wie hast Du deine Berufung gespürt?
Ich war mit Dechant Engelbert Hofer in ganz Kärnten unterwegs, um Glaubensseminare
abzuhalten. Zuerst als „einfacher“ Mitarbeiter, später habe ich bei den Seminaren auch Glaubenszeugnisse abgelegt. In Tainach hat mich dann Rektor Josef Kopeinig einmal efragt, ob ich eine Ausbildung zum Diakon beginnen möchte. Eigentlich wurde ich nicht streng religiös erzogen, sondern bin erst durch das Singen und die Glaubensseminare richtig zum Glauben gekommen. Durch den Jugendchor habe ich Kontakte zur Kirche geknüpft. Das hat mich so angesprochen, dass ich dabei geblieben bin.
Was ist Dir als Diakon wichtig?
Ich arbeite als Bankangestellter, daher ist es mir wichtig, den Glauben gerade im Alltag zu
leben. In der Bibel steht zwar geschrieben „Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon“ (Lk 16,13), jedoch lässt es sich in meinem Fall sehr gut verbinden. Gerade bei der Arbeit habe ich die Möglichkeit, meine Glaubenserfahrungen an Kollegen oder im Bekanntenkreis weitergeben. In der heutigen Zeit wird über vieles geredet, nur über den Glauben nicht. Ich sehe meine Aufgabe darin, dass ich den Menschen zuhöre, wenn sie mit ihren Sorgen und Nöten zu mir kommen.
Wie lässt sich diese große Aufgabe mit der Familie vereinbaren?
Meine Frau Andrea und meine drei Kinder Eva-Maria, Daniel und Anna sind mir sehr wichtig und geben mir immer wieder den nötigen Halt. Ich versuche auch, meinen Kindern als Beispiel im Glauben voranzugehen und ihnen etwas auf ihren Weg mitzugeben: beim gemeinsamen Gebet am Morgen und am Abend. Sie sollen den Tag mit Gott beginnen, aber ebenso das Erlebte des Tages wieder zurücklegen können; was war gut, was war vielleicht nicht so gut. So versuche ich auch meiner Tochter Anna jedes Mal, wenn sie außer Haus geht, ein Kreuz auf die Stirn zu zeichnen. Es ist nur ein kleines Symbol des Glaubens,
das aber jeder bei seinen Kindern machen kann. Ohne meine Familie könnte ich meine Berufung als Diakon sicher nicht wahrnehmen.
Du bist meist einmal im Monat im Einsatz, da Du voll im Berufsleben stehst. Jedoch zu Ostern warst Du bei jeder Liturgie dabei, wie hast Du die Karwoche und die Ostertage empfunden?
Jedes Jahr sind dies für mich die wichtigsten Tage, vom Palmsonntag bis zur Auferstehung.
Das sind zwar intensive Tage, aber es ist mir an diesen Tagen ein Bedürfnis dabei zu sein und mit der Gemeinde zu feiern. Durch das Singen des Exultet in der Osternacht, möchte ich auch die Freude der Auferstehung und den Glauben weitergeben.
Wie siehst Du die Zukunft der Kirche?
Ich denke, unsere Kirche soll sich mehr nach außen hin öffnen und zu den Leuten gehen und nicht nur im Kirchenraum auf sie warten. Jeder Christ ist berufen, mit Menschen über den Glauben zu reden, Kranke zu besuchen, Trauernde zu trösten oder auch auf die zuzugehen, die sich von der Kirche entfernt haben. Das ist wahre Nächstenliebe und wahres Christsein.
Dazu muss man nicht Diakon sein, das kann jeder machen. Die österliche Botschaft der
Auferstehung Jesu Christi soll nicht in den Kirchenmauern bleiben, sondern hinausgetragen
werden in den Alltag. Ich denke, die Leute, die man ansprechen soll, die dich brauchen, muss man auch nicht suchen, sondern Gott zeigt dir diese Menschen. Wichtig sind einfach die persönlichen Kontakte ohne die modernen Medien, es soll wieder mehr miteinander gesprochen werden.
Inzwischen bist Du schon fast 14 Jahre Diakon, wie siehst Du Deine Zukunft in der Pfarre?
Wenn ich in der Pension mehr Zeit habe, möchte ich vor allem im sozialen Bereich mithelfen.
Ich möchte Kranke besuchen, ältere Leute betreuen und für sie da sein. In diesem Gebiet sehe ich mich in den nächsten Jahren, da mir das als Diakon besonders wichtig ist.
Einfach Zeit nehmen für die kranken und alten Menschen. Das ist für mich ein Dienst, den ich gerne mache.
Herzlichen Dank für dieses offene Gespräch. Wir wünschen Dir und Deiner Familie alles Gute und Gottes Segen.
Kontakt:
Tel.: 042 76/ 46 44