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Am 29.9.2001 haben Sie sich zum Diakon weihen lassen. Aus welchen Gründen
bzw. wie kamen Sie überhaupt auf die Idee, sich für die Weihe zu bewerben?
Grundsätzlich war es so, dass ich nach meiner Ausbildung zum Religionslehrer von Martin Bliem angesprochen wurde, ob ich Interesse hätte, Diakon zu werden. Ich spürte damals aber, dass die Zeit noch nicht reif war, denn es war eine Aufforderung von einem Menschen und nicht von Gott! Es dauerte einige Zeit bis ich den inneren Ruf verspürte. Die rundmotivation dabei war, den Menschen mehr dienen zu können. Ein spezielles Anliegen war es mir, meine Jugendlichen (Schüler) auch weiter ins Leben hinaus begleiten zu können, z.B. bei Taufen, Trauungen usw..
Deshalb werden Sie in Feldkirchen auch als „Diakon der Jugend“ bezeichnet?
Es ist schön und freut mich, dass es eine solche Bezeichnung für mich gibt! Jugend bedeutet eigentlich nichts anderes, als sich immer wieder zu verändern, zu hinterfragen sowie offen für Neues zu sein. So ein Mensch bemühe ich mich zu sein.
Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie an Ihre bisherige Zeit als Diakon zurückblicken?
Ich durfte irrsinnig schöne Erfahrungen machen, bei Gottesdiensten, Taufen, Trauungen,
in Gesprächen mit Menschen. Auch konnte ich erfahren, dass das Diakonat bei den Leuten in unseren Pfarren eine große Akzeptanz hat. Dies macht mich sehr glücklich. Ich bin einer der 3 jüngst geweihten Diakone, „arbeite“ aber schon seit meinem 17. Lebensjahr in der Kirche mit, sei es bei Firmseminaren oder beim Jesus Treff weit über Pfarrgrenzen hinaus. So fühle ich mich schon als alter Hase in der Kirche.
Gab es Schwerpunkte in Ihrer bisherigen Tätigkeit und wo werden diese in Zukunft liegen?
Mein Schwerpunkt ist die Jugend, allerdings nicht ausschließlich, sondern auch mein feiern
von Gottesdiensten und das Spenden der Sakramente, soweit ich als Diakon dies machen darf.
Mit welchen Aktionen wollen sie die Jugendlichen an das Thema Kirche heranführen?
In erster Linie bin ich Religionslehrer und versuche dort den jungen Menschen den Glauben
als ein heilsames Ereignis näher zu bringen, bei Firmlingsgottesdiensten versuche ich es
ebenfalls. Eine Zukunftsvision von mir ist, dass es auch spezielle Jugendgottesdienste in der
Pfarre stattfinden.
Was wollen Sie unseren Jugendlichen mit auf dem Weg geben?
Dass Gott sie liebt, egal wie sie sind!
An welches besondere Erlebnis in Ihrer Zeit als Seelsorger können Sie sich erinnern?
Spontan fällt mir ein, dass ein Kärntner Brautpaar, das ihre Hochzeit in Italien feiern wollte,
doch in Kärnten geheiratet hat, um mich als Zelebranten zu haben.
Wie lassen sich Ihr Beruf und Ihre Berufung mit dem Familienleben vereinbaren?
An und für sich sehr gut! Sollte ich zu viele Termine annehmen, sind meine Frau und meine
Tochter ein guter Gradmesser um mir zu zeigen, wann ich zu wenig Zeit für meine Familie habe.
Da der Diakon eigentlich in erster Linie für die Familie da sein sollte, ist es auch wichtig, dass
ich diese „Weiheregel“ einhalte.
Was ist für Sie als Diakon wichtig und welche Wünsche haben Sie?
Dass sich die Menschen bewusster darüber werden, wie wichtig in unserer Gesellschaft die Kirche ist. Es ist so schade, dass vielen Leuten erst in Krisensituationen bewusst wird, dass man Kirche und Glaube braucht. Mir wäre es wichtig, dass wir von der „Zuhörerkirche“ zu einer „Mitmachkirche“, einer mündigeren Kirchengemeinde werden, in der sich jeder einzelne auf seine Art und Weise einbringt und somit nicht immer die Gleichen „herhalten“ müssen. Ich glaube, dass sich jeder in dieser Gemeinschaft so einbringen kann, wie es ihm liegt. Ich habe die Ansicht, dass Kirche nicht ausschließlich an ein Gebäude gebunden ist, sondern das Menschen auf ihre Art und Weise den Ruf Jesus nachfolgen.
Vielen Dank für das Gespräch. Für Ihren weiteren Weg wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie alles Gute, viel Kraft und Gottes Segen.