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Pfarrverband Feldkirchen

Diakon Wolfgang Putzinger

Geburtsjahr: 1943

Tätigkeit: Hauptschullehrer i. P.

Familienstand: verheiratet, drei Söhne, drei Enkerln

1993 in Feldkirchen zum Diakon geweiht

 

„Herr Pfårra, dås wår heit a schöne Mess´!“ Seit bald siebzehn Jahren bekomme ich als Diakon solche oder ähnliche Kommentare zu hören. Und immer wieder die gleiche Korrektur:

Dass ich halt kein „Pfarrer“ sei und wir Diakone keine „Messe“ zelebrieren. Aber das gehört anscheinend zum Leben eines Diakonsdazu und ist doch auch mit ein Grund, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen.

 

Wie überhaupt der Dienst des Diakons mit dem Kontakt zu (gläubigen) Mitmenschen untrennbar verbunden ist. Dies bedeutet eine große Bereicherung. Deshalb stellen die  Ausfahrten im kirchlichen Dienst für mich keine Belastung dar und wenn man gebraucht wird

– warum nicht? Immerhin gibt es im Dekanat kaum eine Kirche, die ich nicht auch von innen

als Zelebrant kenne: von der Reichenau, über Liemberg bis St. Leonhard bei Tauchendorf,

von der Kapelle auf der Hochrindl bis hinauf zum Tauernkirchlein, oder gar von der Emberger Alm bis hinauf auf den Luschari und hinunter nach Wolfsberg, um dort Pfarrer

Hofer zu vertreten – ein wahrhaft ambulanter Diakon!

 

Worin liegt aber die eigentliche Herausforderung für uns Diakone? Es ist die so genannte

„Glaub-Würdigkeit“. Also das über die Rampe zu bringen, was man aus Überzeugung lebt.

Und zwar in allem, was man tut und eben dort, wo man im „Einsatz“ ist. Das ist nicht immer

leicht, oft genug erleidet man Rückschläge, erfährt Enttäuschungen, muss oft genug erfahren, dass nicht alles so geht, wie man selber will.

 

Bunt wie das Leben selber sind die Lebensbilder, die sich für einen (Feldkirchner) Diakon

ausmalen lassen: etwa wenn man während der Tauffeier den schreienden Täufling „locken“

muss, und man dabei eine warme Nässe spürt, oder man wacht in der Nacht schweißgebadet von einem Albtraum auf, in dem unser Bischof vorkam, oder wenn man während des Gottesdienstes bemerkt, dass die Predigtvorbereitung zu Hause auf dem Schreibtisch liegt, oder mindestens einmal pro Woche zu hören bekommt, dass die „Pfarrern endlich sollen heiraten dürfen“, oder bei der Kommunionspendung zugeflüstert bekommt, dass der Herr Diakon „auf einen guten Schweinsbraten eingeladen“ ist.

 

Über allem aber steht die Gewissheit, dass man auf dem rechten Weg ist. Auf einem Weg,  den man nicht alleine zu gehen braucht, die Ehefrau, die Kinder, die Geschwister – alle sind mit eingebunden! Und wenn dann noch die Chemie zu unserem Stadtpfarrer und den anderen Diakonen stimmt – Herz, was brauchst du mehr?